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Acari (Milben)

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Acari (Milben)


Die Milben sind mit ca. 40000 beschriebenen (und vermutlich noch deutlich mehr unbeschriebenen) Arten die größte der Arachniden-Ordnungen. Sie zeichnen sich durch eine geringe Größe (normalerweise 0,1-4mm) aus, durch einen ungeteilten Körper, und oft durch eine starke Reduktion diverser Körperteile. Die Mundwerkzeuge sind an ihren Basen stets zu einem sog. Gnathosoma verschmolzen. Die Geschlechtsöffnung auf der Bauchseite ist nach vorne verschoben und liegt zwischen den Beinen. Der genaue Aufbau kann sehr verschieden sein.


Milben leben praktisch überall auf der Erde, auf dem Land wie im Wasser, in Wüsten wie in der Antarktis gibt es Milben.
Die nächsten Verwandten unter den Arachniden scheinen die Opiliones (Weberknechte) und die Ricinulei (Kapuzenspinnen) zu sein, mit denen die Milben eine ganze Anzahl von Merkmalen teilen. Die genauen Abstammungsverhältnisse sowohl innerhalb dieser Gruppe als auch innerhalb der Acari selber sind allerdings noch ziemlich unklar.
Fest zu stehen scheint aber, daß sich die Acari sehr früh in zwei Entwicklungslinien aufgeteilt haben, die genausogut einen Status als eigene Ordnungen (bzw. Unterklassen) bekommen hätten können: Die Anactinotrichida (oder Parasitiformes) und die Actinotrichida (oder Acariformes). Man gibt diesen Gruppen auch manchmal den Status von "Kohorten". Auf die Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen gehe ich nicht ein. Ich müßte praktisch die ganze Datei über den Aufbau der Tiere neu schreiben.

Die Namen beziehen sich auf den (chemischen) Aufbau der Körperborsten: Die der Anactinotrichida enthalten nicht das doppeltbrechende Actinopilin. Bevor ich diese beiden Gruppen weiter unterteile, eine Warnung: Es gibt auch Autoren, die diese beiden Gruppen nun völlig anders aufteilen.
Die Anactinotrichida teilt man in vier Gruppen, die Actinotrichida in drei. Diese haben meist den Status als Unterordnungen oder Ordnungen.

 

  • Holothyrida
    Große Milben (2-7mm) mit einem ovalen, hellroten bis dunkelbraunen Körper, der manchmal an eine Schildkröte erinnert. Die Tiere leben meist in der Humusschicht tropischer Wälder. Sie scheinen sich von anderen Milben (Oribatida) zu ernähren. Ihre Biologie ist weitgehend unbekannt.

 

  • Gamasida (Raubmilben) (=Mesostigmata)
    0,2-2mm große, stark bepanzerte braune oder rötliche-braune Milben, freilebend oder Endo- oder Ektoparasiten. Die Gamasida sind eine sehr große Gruppe: Sie werden in 11 Untergruppen geteilt und diese wiederum in Aberdutzende Familien. Viele Arten parasitieren auf Insekten, so z.B. die Käfer- und Bienenmilbe.

 

  • Oribatida (Horn-, Moosmilben)

    Meist stark bepanzerte, braune bis schwarze Tiere. Sie leben im Bodenstreu und in Moosen und Flechten etc.. Als Nahrung dienen abgestorbene Pflanzenteile, Pilze, Algen, Pollen etc.. Humusbildner. Keine Parasiten. Diese Gruppe ist gut untersucht worden, bei der weiteren Klassifikation tappst man jedoch noch ziemlich im Dunkeln. Vermutet werden ca. 150 Familien.

Literatur:
Kaestner: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band I: Wirbellose Tiere; 4.Teil: Anthropoda (ohne Insecta). Gustav Fischer Verlag 1993, ISBN 3-334-60404-7

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 04. Mai 2010 um 12:09 Uhr