Boden des Jahres 2011 „Braunen Auenboden“

Montag, den 06. Dezember 2010 um 11:59 Uhr Administrator
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Die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG) und der Bundesverband Boden (BVB) haben den „Braunen Auenboden“ zum Boden des Jahres 2011 gekürt. Die Aktion wird gefördert vom Umweltbundesamt in Dessau.

Vega (Brauner Auenboden) aus sandig-lehmigen Talsedimenten

Beispiel einer Horizontfolge:
Ah (0-20 cm):
dunkelgraubrauner, humoser, stark lehmiger Sand; Krümelgefüge, porös; sehr gute Durchwurzelung

aM (20-80 cm):
brauner, graugelb gefleckter, schwach toniger Sand; Einzelkorngefüge, schwach kohärent, stark porös; im oberen Teil noch gut durchwurzelt

aM-Go (80-100 cm+):
braungelb gefleckter Sand; Einzelkorngefüge; stark luft- und wasserdurchlässig; vereinzelt Konkretionen


Entstehung:
Das Ausgangsmaterial bilden Flusssedimente in der regelmäßig überschwemmten Aue. Dabei handelt es sich überwiegend um andernorts abgetragenes Braunerdematerial, daher die tiefreichende braune Farbe und der für einen Sandboden relativ hohe Humusgehalt im Unterboden.

Verbreitung:
In den Flusstälern mit sandigen bis lehmigen Sedimenten, vorherrschend im ufernahen Bereich

Bodenschätzung:
lS II a 2 53/50

Besondere Hinweise:
Im Überflutungsbereich natürlicher Grünlandstandort mit sehr guter Bewertung der Bodenschätzung

Eigenschaften

 

 

Hinweise für die Bewirtschaftung

Nutzungseignung:
In Überflutungsbereichen ein natürlicher Grünlandstandort; außerhalb des Überflutungsbereichs guter Ackerstandort

Schwächen:
Überschwemmungsgefahr; infolge engräumig wechselnder Bodenart (sedimentationsbedingt) und unterschiedlichem Grundwassereinfluss uneinheitliche Böden

Bearbeitung:
Die Bearbeitung kann bei Ackernutzung durch Bodenartenwechsel und vernässte Stellen eingeschränkt sein. Gefahr der Verdichtung im feuchten Unterboden

Düngung:
Auswaschungsgefährdete Böden, deshalb N-Gaben aufteilen; K nicht auf Vorrat düngen, Mg-haltige Dünger verwenden; zur Vermeidung von Gewässereutrophierung ufernahen Bereich nicht düngen, keine Düngung vor zu erwartendem Hochwasser ausbringen.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 06. Dezember 2010 um 12:12 Uhr